[Interview] „Die ‚Voice‘ begleitet jeden Kunden“ – Mit Corporate Sound Vielschichtigkeit schaffen

technology-corporate-soundAudio-Branding klingt gut – Corporate Sound noch besser. Experten bekommen bei diesen Begriffen ein Funkeln in den Augen. Ein Funkeln, das vermuten lässt, es handle sich hierbei um eine Wunderwaffe bei der Behebung aktueller Probleme in der Kommunikation. Kay A. Schönewerk, Geschäftsführer der Agentur für Techonologie-Kommunikation, 4iMEDIA, sprach mit dem Creative Director Robin Hofmann, Mitinhaber der Berliner Sound-Agentur HearDis! über „Sound aus der Konserve“ und die große Liebe zur Musik.

  1. Herr Hofmann, wie beurteilen Sie die aktuelle Situation für Ihre Dienstleistung?
    Nach meinem Eindruck herrscht ein grundsätzliches Interesse und Neugier für die Problematik. Allerdings gibt es wenig Orientierung und Information darüber, was sinnvoll, nützlich und umsetzbar ist. Da herrscht enormer Informationsbedarf.
  2. Wie schätzen Sie die Entwicklung des Verständnisses der Auftraggeber für Corporate Sounds ein?
    Sowohl Verständnis als auch Sensibilität für das Thema bestehen. Beides muss aber geformt werden und – hier denke ich vor allem an die Verteilung von Budgets – nachvollziehbar argumentiert werden.
  3. Stichwort Budgets: Rechnen sich die teilweise recht hohen Qualitätsansprüche in der Produktion?
    Ich hoffe! Wir sehen uns eindeutig in einem Premiumsektor. Wir beraten, konzipieren und produzieren individuell und auf höchstem Qualitätsniveau – und das kostet. Aber es wird woanders sicherlich auch viel „Sound aus der Konserve“ genutzt. Ich denke es verhält sich wie in anderen Bereichen wie Werbung, Fotografie, etc.
  4. Was werden in Zukunft die wichtigsten Qualitätskriterien in Ihrer Branche sein?
    Ich denke, es reicht nicht mehr, dass irgendwo ein Soundloop scheppert oder beliebig Musik mit einem Produkt oder einer Marke kombiniert wird. Es verhält sich vielmehr, wie mit den ersten Webseiten: Am Anfang war es schon irre, dass man überhaupt einen Online-Auftritt hatte – und jetzt ist man endlich soweit zu überlegen, was sinnvoll ist und zum Konzept passt.
  5. Und beim Corporate Sound ist es ähnlich?
    Ja, die Standard-Telefon-Warteschleifenmusik wird heute durch einen eigenen individuellen Track ersetzt und begegnet dem Kunden auch beim Besuch der Website. Die „Voice“ begleitet den Kunden durch virtuelle Welten – und Soundscapes schaffen die passende Stimmung. Das Auge als das momentan bestimmendes Sinnesorgan wird also zunehmend durch die akustische Ebene – also das Ohr – erweitert. So werden Marken, Produkte und Image vielschichtiger und komplexer erfahrbar.
  6. Welche Erwartungen und Eigenschaften werden Kunden in Zukunft an die auf das eigene Unternehmen zugeschnittene Musik haben?
    Die Kunden werden sich fragen, wie sie sich von Ihren Mitbewerbern absetzen können und ob es möglich ist, einen Corporate Sound in die bestehende Identity zu integrieren. Sie fragen sich, ob man durch passenderen Sound – beispielsweise am POS – mehr Umsatz generieren kann.
  7. Was können Sie vom Wettbewerb lernen – und was lernt dieser umgekehrt?
    Wir lernen eher von unseren Kunden, für die sind wir da und deren „Probleme“ lösen wir. Wir beobachten zudem sehr stark die Musikszene, greifen ständig neue Strömungen auf und knüpfen neue Kontakte, denn hier finden sich die frischen Ideen und die guten Leute. Von Wettbewerbern hören wir nur, wenn Kunden unzufrieden sind – und zu uns kommen.
  8. Wie begegnen Sie dem vorausgesagtem Fachkräftemangel?
    Durch unsere enge Zusammenarbeit mit Musikern, Produzenten und anderen Branchenexperten spüren wir keinen Mangel. Bei der konzeptionellen Arbeit mit der Thematik ist viel „Learning by doing“ und eine große Portion „Liebe zur Musik“ gefragt. Kann man das ausbilden?
  9. Was müssten denn dann Ausbildungsstätten zukünftig für Ihre Branche leisten?
    Augen auf und überlegen was in drei Jahren gebraucht wird. Die Auszubildenden und Studenten nicht mit zuviel technischen Fragen beschäftigen, denn die ändern sich monatlich.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview wurde im Dezember 2007 im Rahmen der CP-Lounge Gespräche geführt.



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Unternehmenskommunikation / internes Online Marketing
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