[Interview] „Das Internet schafft Transparenz“ – Mechanismen der Projektvergabe

Das Internet ist eine Präsentationsplattform – nicht nur für (un)qualifizierte Meinungen und soziales Gezwitscher, sondern vor allem für Unternehmen und Institutionen, die so ihre Wahrnehmung steigern können. Agenturen, die im Zeitalter von e-Commerce und Social Media den professionellen Online-Auftritt realisieren, machen sich vor allem im World Wide Web gegenseitig Konkurrenz. Es sind nicht nur die eigenen Webpräsenzen, die Potenzial und Können der unterschiedlichsten Agenturen, beispielsweise für IT, proklamieren – auch die Kommunikation über zu vergebenen und erhalten Leistungen findet in Online-News statt.

Für potenzielle Auftraggeber stellt das Internet somit eine einfache, ortsunabhängige und gezielte Suchmöglichkeit dar: Nicht nur, durch die Präsentation der Online Public Relations Experten, sondern vor allem durch Meinungen und Bewertungen. Der Weg zu irgendeiner in der Öffentlichkeitsarbeit tätigen Agentur ist dementsprechend günstiger und schneller.

Agentur interviewt Felix von Kunhardt zum Thema Vergabepraxis bei Kommunikationsaufträgen

Felix von Kunhardt, COO und Geschäftsführer von Sellaround

Felix von Kunhardt, COO und Geschäftsführer von Sellaround, hat sich mit dem IT-Redaktionsbüro zu den Mechanismen der Vergabekultur von Kommunikationsdienstleistungen unterhalten. Das Start Up im Bereich Social Commerce, das Marken aus Bereichen wie Fashion & Lifestyle, Musik, Entertainment, Sport oder Gaming Lösungen zur Vergrößerung und Monetarisierung sozialer Reichweite bietet, hat seit einem Jahr Erfahrungen in der Vergabe von Kommunikationsdienstleistungen.

1. Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Vergabepraxis von Kommunikationsdienstleistungen verändert?

Sie hat sich vor allem durch die erhöhte Transparenz über Leistungen, Referenzen und Bewertungen noch mehr in Richtung Online-Recherche entwickelt. In der zunehmend vernetzten Kommunikation ist es einfacher geworden, die Arbeit und Leistung einer Agentur online zu überprüfen. Das Internet schafft hier Transparenz, die es früher nicht gab. Der Vergabeprozess wird insofern auf einem höheren Niveau begonnen. Die Referenzen und Erfahrungsberichte aus dem eigenen Netzwerk geben zudem wertvolle Einblicke. Letztlich ist aber immer entscheidend, wie das persönliche Gespräch ausfällt.

2. Also ist das Internet für Sie das meistgenutzte Medium für die Vergabe von Kommunikationsdienstleistungen?

Ja und Nein – durch die zunehmende Vernetzung mit Experten aus der Branche sind wir in der glücklichen Lage, bei den meisten Vergaben auf Experten oder deren Empfehlungen zurückgreifen zu können. Eine Suche wird dadurch extrem erleichtert. Stünden diese nicht zur Verfügung, würden wir zu 100 Prozent auf die Online-Recherche zurückgreifen.

3. Warum nicht auch so? Das Internet ist schnell und bequem, Erfahrungen sind doch oft subjektiv gefärbt?

In einer zunehmend spezialisierten Welt muss man eher wissen, wer was kann oder wo ich mir welche Informationen beschaffe, als selber Spezialist von Allem werden zu wollen. Das ist schlichtweg nicht möglich. Wenn ich zudem wissen möchte, wie ein beauftragtes Unternehmen in der Zusammenarbeit ist, befrage ich deutlich lieber Bekannte aus dem eigenen Netzwerk, als pure Online-Recherche zu betreiben. Dort bekomme ich zwar Meinungen, weiß aber nicht, wie zuverlässig die Quelle ist.

4. Wie recherchieren Sie online? Sind es z.B. Leistungen oder Dienstleistern, die Sie suchen?

Es ist in jedem Falle etwas von beidem. Ich würde nicht ausschließlich auf die Aussagen der Agentur sehen, ohne auch ein Feedback aus dem Markt über Kampagnen, Preise und Leistungen zu sichten.

5. Greifen Sie bei der Auswahl potentieller Dienstleister außerdem auf andere Medien zurück? Was spielt noch eine Rolle?

Nur auf Empfehlungen anderer. In einem hochgradig innovativen Umfeld wie unserem, gibt es selten altbewährte Konzepte – deren Unternehmen in Print oder Datenbanken zu finden sind. Da ist man besser beraten, auf persönliche Erfahrung anderer zu hören. Entscheidend sind in der Hauptsache Empfehlungen und Regionalität. Durch unsere zwei Standorte Berlin und Stuttgart können wir auf ein breites Spektrum an „ortsansässigen“ Unternehmen zurückgreifen – und können dadurch oft vor Ort sein, um sich zu treffen und Projekte persönlich zu besprechen.

6. Die Kommunikationsbranche bemängelt immer wieder, dass bei der Vergabe und gerade bei Pitches oft „kostenlose Konzepte“ eingeholt werden, die dann doch inhouse umgesetzt werden. Ein bedenklicher Trend?

Ich kann mir vorstellen, dass das so im Einzelfall vorkommt – wobei es sicher kein Trend ist. Letztlich ist das Konzept oft nur die Spitze des Eisbergs. Zudem braucht man für die Umsetzung Personal, das oft nicht vorhanden ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview wurde im Juni 2012 im Rahmen der CP-Lounge Gespräche geführt.



Ansprechpartner für Medien:
Jana Reichardt,
Unternehmenskommunikation / internes Online Marketing
Tel.: +49 (0) 341 870 984-23
Mail: Jana.Reichardt@4iMEDIA.com
Facebook: www.facebook.com/4iMEDIA

Aktuelle Nachrichten aus der Technologie-Agentur...


Loading...